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Kapitel 3

„Das war Georg. Er hat gemeint, dass die Band sich morgen mal beim alten Probenraum trifft. Ich hab gesagt, dass ich ne Freundin mitbring. Dann lernst du morgen mal die andren kennen.“, sagte Gustav als er wieder in die Küche kam. „Danke… also das ich mitkann.“, sagte ich. „Ja haja klar… so also jetzt essen wir erstmal was…. dafür sind wir ja eigentlich auch runter…“, meinte Gustav und stellte dann alles Mögliche zu essen auf den Tisch. „Ich hoff da ist was dabei was du gern isst.“, meinte Gustav. Naja ich aß fast alles was hier auf dem Tisch stand aber m ehrlich zu sein fehlte mir Nutella. „Ja, aber habt ihr vielleicht Nutella.“, fragte ich ein bisschen schüchtern. „Ähmm… ich schau mal… kann sein das Franzi ein Glas gekauft hat… ich darfs  ja leider nicht essen.“, antwortete Gustav. „Du brauchst jetzt nicht extra suchen.“, hielt ich ihn davon ab. „Schon ok. Habs schon gefunden.“, gab er zurück und stellte mir das Nutellaglas vors Gesicht. „Danke.“, meinte ich und bestrich mir eine Scheibe Brot dick damit, „warum darfst du kein Nutella essen?“ „Ich bin allergisch gegen Schokolade und Nutella is ja eigentlich so was in der Art.“ „Oh mein Gott du tust mir Leid.“, sagte ich nachdem ich den ersten Bissen von meinem Brot runter geschluckt hatte. „Hmm… manchmal is es mir egal und ich ess es einfach, dann bekomm ich zwar Ausschlag aber was solls…. andere Menschen sind auch ohne Pickel hässlich.“ Der letzte Satz brachte mich so zum Lachen das ich mich an einem Stückchen vom Brot verschluckte. Ich musste ziemlich husten. Gustav sprang auf und klopfte mir auf den Rücken. Nach ein paar Sekunden hörte Gustav auf. „Geht’s wieder?“, fragte er. „Ja…Danke.“ Wir schwiegen eine Weile bis Gustav die Stille unterbrach. „Wir sollten dann heute Sachen von dir holen, dass du Klamotten und andere Sachen für die 3 Wochen hast.“ „3 Wochen?“, fragte ich. „Ja klar… du bleibst die ganzen 3 Wochen bei mir solang wie ich Urlaub hab.“, antwortete Gustav. „Nee… das geht doch nicht… ich kann doch jetzt nicht 3 Wochen bei dir wohnen… du kennst mich doch erst seit heute Nacht…und..“ „Du bleibst.“, unterbrach mich Gustav, „wie soll ich denn auf dich aufpassen wenn du nicht in meiner Nähe bist.“ Jetzt musste ich schlucken. Wow drei Wochen… ich sollte 3 Wochen hier bleiben… ich war total überwältigt und ich spürte wie mir die ersten Tränen in die Augen stiegen. Einfach vor Freude. „Hey Anetta nicht weinen.“, sagte Gustav. „Schon okay.“, sagte ich und wischt mir die paar Tränen weg, „aber ich penn dann nicht die drei Wochen bei dir im Bett… du hast Urlaub und da sollst du dich ausruhen… und wenn ich dann mal keine Ahnung nen Alptraum hab dann wachst du auch auf und nix wars mit ausruhen.“ „Dann schläfst du aber in Franzis altem Zimmer und nicht auf der Couch.“, meinte Gustav. „Und was ist mit Franzi?“, fragte ich. „Die wohnt ja gar nicht mehr hier, die hat heut morgen nur das eingekaufte Zeug gebracht. Meine Eltern sind grad im Urlaub und ich kann nicht unerkannt einkaufen gehen, also geht Franzi einkaufen.“ „Achso… ok.“ Gustav war dabei den Tisch abzuräumen. „Dann können wir ja jetzt mal zu dir dein Zeug holen gehen, oder?“, fragte er. „Mhh… ja können wir.“, sagte ich ein bisschen bedrückt. „Was ist denn?“, fragte er und ging neben mir in die Hocke. „Naja ist jetzt ein bisschen komisch, jetzt so nach Hause zu gehen.“, antwortete ich. „Wieso denn?“ Mir liefen die ersten Tränen die Wangen entlang. „Weil meine Mum und meine Schwester der Grund dafür sind, dass ich springen wollte.“, erklärte ich und jetzt fing ich total an zu heulen. „Ssschhtt...“, sagte Gustav und nahm mich in den Arm, „komm wir gehen ins Wohnzimmer.“ Ich nickte nur, weil ich immer noch total am heulen war. Gustav legte mir seinen Arm um meine Hüfte und half mir ins Wohnzimmer. Wir setzten uns auf die Couch und Gustav legte seine Arme wieder um mich und strich mir über den Rücken.

Nachdem ich mich wieder einigermaßen beruhigt hatte löste ich mich aus der Umarmung von Gustav. „Willst dus mir erzählen?“, fragte er. „Ja… warum nicht…“, antwortete ich und fing an zu erzählen, „ also naja so viel gibt’s gar nicht zu erzählen… meine Mum und meine Schwester die waren einfach das wichtigste in meinem Leben und dann sind sie letzte Woche bei einem Autounfall gestorben und jetzt hab ich niemand mehr… und deshalb wollte ich springen.“ Ich musste einmal tief durchatmen, damit ich nicht wieder in Tränen ausbrach aber ein paar liefen mir trotzdem die Wangen entlang. „Aber jetzt hast du ja mich.“, sagte er, wischte mir die Tränen aus dem Gesicht und umarmte mich noch mal. Ich war total perplex von dem was Gustav mir gerade gesagt hatte. Ich hatte jetzt ihn? Wie sollte ich das denn jetzt deuten nachdem wir uns noch nicht mal einen ganzen Tag kannten…. Während Gustav mich umarmte gingen mir noch viele solche Gedanken durch den Kopf.

„Dann lass uns mal losgehen – deine Sachen holen.“ Mit diesem Satz beendete Gustav unsere Umarmung in der ich mich so geborgen gefühlt hatte….