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Kapitel 11

 

„Dad??“, fragte ich ungläubig. „Ja ich bins.“, sagte er. Ich wurde leicht aggressiv. Ich war 16 Jahre alt und er meldete sich in der ganzen Zeit erst jetzt. „Was willst du?“, fragte ich genauso forsch wie ich aggressiv war. „Ich wollte fragen wie es dir geht!“ Ich fasste es nicht jetzt wollte er wissen wie es mir ging. „Du willst jetzt wissen wie es mir geht?? DU hast mich und meine Mutter verlassen als ich ein Jahr alt war und wo warst du als mit 15 meine Mutter gestorben ist? Du warst nicht da. Ich musste mit 15 in eine WG ziehen und musste gucken wie ich’s allein schaffe.“, sagte ich, na ja eigentlich schrie ich fast. „Ich bin jetzt auch in Hamburg. Ich habe gedacht wir könnten uns mal treffen.“, sagte er. „Du hast was gedacht? Ich will mich nicht mit dir treffen. Ich bin jetzt 16 Jahre ohne dich ausgekommen und ich brauch dich auch nicht jetzt!!“, sagte ich. Ich versuchte ein bisschen ruhiger zu werden. „Na ja vielleicht änderst du mal deine Meinung. Ich hab gedacht ich meld mich mal weil ich ja jetzt in Hamburg bin.“, sagte er noch. „Ok Ciao.“, sagte ich und bevor er noch was sagen konnte legte ich schon auf. Oh mein Gott warum rief den bitte mein Vater bei mir an. Jetzt war ich nicht mehr sauer sonst wurde eher von meinen Gefühlen übermannt die ich damals hatte als meine Mum gestorben war und er nicht da war. Ich lehnte mich an die Wand, zog meine Knie an meinen Oberkörper und legte meine Arme darum. Erst passierte nichts. Ich dachte nicht nach ich weinte nicht- gar nichts- mein Kopf war leer von Gedanken und Tränen. Aber nach und nach kamen die Erinnerungen zurück und die Tränen kamen auch. Sie liefen wie Sturzbäche meine Wangen entlang. Ich wusste nicht wie lang ich hier saß und weinte bzw. heulte aber es musste schon ziemlich lang gewesen sein, da ich immer noch heulte als ich die Tür unten hörte.

„Schatz wir sind wieder da.“, rief Gustav. Ich versuchte meine Tränen zu stoppen aber es ging nicht. Langsam öffnete sich die Tür zu meinem Zimmer und ich schaute auf. Gustav und Bill standen in der Tür. „Hey Süße was ist den los?“, fragten Bill und Gustav gleichzeitig und kamen auf mich zu. „Mein Vater hat angerufen!“, schluchzte ich und die Erinnerungen kamen schon wieder hoch, „er will sich mit mir treffen. Aber ich will das nicht ich bin schon ganz gut ohne ihn klar gekommen 16 Jahre lang und wenn ich an ihn denke dann kommen die ganzen Erinnerungen hoch.“, erklärte ich. „Jetzt beruhig dich doch mal Schatz.“, sagte Gustav und nahm mich in die Arme. Bill strich mir die ganze Zeit über den Rücken. Er ließ uns dann auch irgendwann allein. Ich hatte mich auch wieder einigermaßen beruhigt und erklärte Gustav warum es so schlimm für mich war, dass mein Vater angerufen hatte und warum ich geweint hatte.

 

Ich lehnte mich an Gustavs Oberkörper und war im Moment einfach nur froh das ich nicht allein war. „Und wie wars im Studio?“, fragte ich um mich abzulenken. „Ja ganz gut!! Ich spiel jetzt noch besser, seit ich dich hab.“, sagte er. „Hey das ist doch mal ein schönes Kompliment!!“, sagte ich und gab ihm einen Kuss. Wir saßen eine Weile noch so da und obwohl es nicht spät war schlief ich ein.

Irgendwann - keine Ahnung wann – wachte ich wieder auf. Gustav war schon nicht mehr da. Draußen war es schon stockdunkel. Ich schaute auf meine Uhr. Es war 2 Uhr nachts. Da ich Hunger und Durst hatte ging ich runter in die Küche. Dort brannte sogar noch Licht. „Hey Julia und gehts wieder besser? Gustav hat mir erzählt was los war.“, sagte Tom. „Ja geht schon wieder.“, antwortete ich, „ und was ist mit dir los?“ „Ich kann nicht schlafen. Aber frag mich nicht warum ich weiß es selber net.“, meinte Tom. Wenn ich mir Tom so ansah konnte ich das nicht wirklich glauben aber ich fragte nicht weiter. Wenn er es mir nicht sagen wollte, dann wollte er nicht. Ich schmiss mir irgendwas zu essen in die Mikrowelle, nahm mir ne Dose Cola ausm Kühlschrank und hockte mich wieder zu Tom. „Haben du und Bill eigentlich noch viel Kontakt zu eurem Vater?“, fragte ich. „Es geht also ich noch mehr als Bill. Bill hat das alles mit der Scheidung ein bisschen mehr mitgenommen.“, antwortete Tom. „Mhhh....“, gab ich zurück. „Wieso willst du das wissen? Überlegst du dich doch mit deinem Vater zu treffen?“, fragte Tom.

 

„Um ehrlich zu sein: Ja.“, sagte ich.